Für wen Linux der richtige Weg ist
Die Ausgangslage kennen Sie aus dem Wissensteil: Windows 10 bekommt regulär keine Updates mehr, das ESU-Programm überbrückt bis zum 12. Oktober 2027, und Windows 11 verlangt TPM 2.0 sowie einen Prozessor von der Kompatibilitätsliste — eine Hürde, an der viele völlig brauchbare Geräte scheitern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat in seiner Pressemitteilung vom 14. April 2025 die Alternativen ausdrücklich benannt: „Das können etwa Windows 11, ein Unix-basiertes Betriebssystem wie macOS oder ein Linux-basiertes Betriebssystem sein.“ Linux ist damit keine Bastellösung, sondern der vom BSI mitgetragene dritte Weg.
Er passt vor allem für eine Nutzergruppe: Menschen, deren Rechner für Internet, E-Mail, Office-Dokumente, Fotos, Videokonferenzen und Streaming da ist. Genau diese Aufgaben erledigen Browser, Mailprogramm und LibreOffice unter Linux ohne Abstriche — und sie sind es, für die ein Rechner von 2015 mit SSD und 8 GB Arbeitsspeicher noch lange reicht. Wer dagegen auf bestimmte Windows-Programme angewiesen ist — Steuersoftware, Adobe-Produkte, Spiele mit Kopierschutz, Fachanwendungen aus dem Beruf —, muss den Abschnitt zu den Grenzen ehrlich lesen, bevor er die Festplatte löscht. Und wer die Hardware selbst als Bremse erlebt, weil noch eine Festplatte darin steckt, sollte zuerst den SSD-Umbau erledigen: Ein leichtes Linux auf einer alten Festplatte startet flotter als Windows, aber eine SSD verwandelt das Gerät.
Linux lohnt sich, wenn das Gerät technisch noch taugt, aber Windows 11 verweigert wird, und wenn Ihre Programme im Browser oder in freien Alternativen laufen. Es lohnt sich nicht, wenn ein einzelnes Windows-Programm unverzichtbar ist. Der Test kostet nichts außer einem USB-Stick und einer halben Stunde — und Windows bleibt dabei unberührt.
Welche Variante: Mint Cinnamon, Mint Xfce oder Ubuntu
„Linux“ ist ein Kern, kein fertiges System; das Fertige heißt Distribution. Für Umsteiger von Windows haben sich zwei etabliert, die groß genug sind, um Jahre lang gepflegt zu werden, und die ohne Kommandozeile auskommen: Linux Mint und Ubuntu. Mint baut selbst auf Ubuntu auf — die aktuelle Ausgabe 22.3 „Zena“ auf Ubuntu 24.04 — und bekommt deshalb dieselben Sicherheitsupdates, wählt aber eine Oberfläche, die Windows-Nutzern vertraut vorkommt: Startmenü links unten, Taskleiste, Fenster mit Schließen-Kreuz rechts. Mint gibt es in drei Ausgaben, die sich nur in der Oberfläche unterscheiden:
Linux Mint Cinnamon
Die laut Projekt beliebteste Ausgabe, „sleek, modern, innovative“. Sieht Windows am ähnlichsten, bringt Effekte und Komfortfunktionen mit. Läuft ab 4 GB Arbeitsspeicher rund; mit 8 GB entspannt.
Linux Mint Xfce
„Light, simple, efficient“ — vom Installationsleitfaden als „extremely lightweight desktop“ mit „very light on resource usage“ für ältere Computer empfohlen. Erste Wahl bei 2 bis 4 GB RAM; verzichtet dafür auf einige Funktionen von Cinnamon.
Linux Mint MATE
„Classic, traditional“ — die Mittelstufe: laut Leitfaden weniger Ressourcenbedarf als Cinnamon und „faster on older computers“, aber vollständiger als Xfce. Für Geräte, die zwischen beiden Welten liegen.
Ubuntu Desktop 26.04 LTS
Mit der GNOME-Oberfläche, die sich eher an macOS als an Windows anlehnt. Ubuntu nennt selbst einen 2-GHz-Zweikernprozessor, 6 GB RAM und 25 GB Speicherplatz — für alte Rechner die höchste Hürde. Die leichteren Ableger Xubuntu (Xfce) und Lubuntu (LXQt) sind für ältere Geräte gedacht.
Die Zahlen zur Hardware sind bewusst niedrig. Linux Mint nennt für die 22er-Reihe „2GB RAM (4GB recommended for a comfortable usage). 20GB of disk space (100GB recommended). 1024×768 resolution“. Es gibt keine Prozessorliste, kein TPM, keinen Zwang zu Secure Boot. Die einzige harte Bedingung: Seit Mint 20 erscheinen nur noch 64-Bit-Ausgaben; der Leitfaden merkt an, dass ein Rechner, der nach 2007 gebaut wurde, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen 64-Bit-Prozessor hat. Für alles, was in diesem Ratgeber als „alter Rechner“ gilt — Geräte von 2012 bis 2019 —, ist das keine Hürde. Unsere Empfehlung für Umsteiger: Mint Cinnamon bei 8 GB oder mehr, Mint Xfce bei 4 GB oder weniger, und Ubuntu nur, wenn Sie die GNOME-Oberfläche kennen und mögen.
Live-USB: testen, ohne etwas zu installieren
Der große Vorteil von Linux gegenüber jedem Windows-Upgrade: Sie können es vollständig ausprobieren, bevor Sie sich entscheiden. Das Installationsabbild (ISO-Datei) startet als sogenannte Live-Sitzung direkt vom USB-Stick — mit Desktop, Browser, Office, allem —, ohne die Festplatte anzufassen. Windows bleibt exakt, wie es ist. Sie brauchen einen USB-Stick mit einigen Gigabyte Platz, dessen Inhalt beim Beschreiben gelöscht wird, und ein kleines Programm, das die ISO-Datei bootfähig auf den Stick schreibt; verbreitete freie Werkzeuge dafür sind balenaEtcher, Rufus (Windows) oder Ventoy.
Der Start läuft laut Installationsleitfaden so: Stick einstecken, Rechner neu starten und im Moment des Hersteller-Logos die Taste für das Startmenü drücken — je nach Gerät F2, F12, Esc oder Entf; welche, steht meist kurz auf dem Bildschirm oder im Handbuch. Dort den USB-Stick auswählen, im erscheinenden Menü mit Enter „Start Linux Mint“ bestätigen. Nach einer Minute steht der Desktop. Jetzt beginnt der eigentliche Test, und er sollte gründlich sein:
- WLAN: Netzwerksymbol unten rechts, eigenes Netz wählen, Passwort eingeben. Wenn das funktioniert, ist die größte Hürde genommen.
- Grafik und Auflösung: Sieht der Desktop scharf aus, stimmt die Auflösung? Ruckelt das Fensterschieben?
- Ton, Kamera, Mikrofon: Ein Video im Browser abspielen, den Lautstärkeregler testen; für Videokonferenzen eine Testseite im Browser aufrufen.
- Funktionstasten: Helligkeit, Lautstärke, Stummschalten — bei Notebooks der häufigste kleine Ärger.
- Drucker und Scanner: Drucker im Netz werden meist automatisch gefunden; USB-Geräte anstecken und eine Testseite drucken.
- Ihre Dateien: Die Windows-Festplatte lässt sich in der Live-Sitzung lesend öffnen — ein Word-Dokument, ein Foto, ein PDF aufmachen und prüfen, ob alles so aussieht wie gewohnt.
Was in der Live-Sitzung nicht geht, geht nach der Installation meist auch nicht — und umgekehrt. Deshalb ist der Test die beste Entscheidungshilfe, die es gibt. Wer unsicher bleibt, lässt den Stick eine Woche als Zweitsystem laufen: jeden Abend eine Stunde damit arbeiten, und nach sieben Tagen ist klar, ob es passt. Änderungen in der Live-Sitzung gehen beim Neustart allerdings verloren; das ist gewollt.
Software-Ersatz — und was nicht geht
Die gute Nachricht zuerst: Für die Alltagsprogramme gibt es unter Linux nicht irgendeinen Ersatz, sondern in vielen Fällen dasselbe Programm. Firefox, Chromium, Thunderbird, VLC, LibreOffice und GIMP existieren für Windows wie für Linux, und die meisten davon sind bei Mint schon vorinstalliert. Was Sie an Windows-Programmen kennen, ordnet die Tabelle zu:
| Unter Windows | Unter Linux | Hinweis |
|---|---|---|
| Microsoft Word, Excel, PowerPoint | LibreOffice Writer, Calc, Impress | Öffnet und speichert docx/xlsx/pptx; bei komplexen Layouts und Makros Abweichungen möglich. Microsoft 365 zusätzlich als Web-Version im Browser. |
| Edge, Chrome | Firefox, Chromium | Vorinstalliert bzw. aus der Anwendungsverwaltung; Lesezeichen und Passwörter lassen sich über das Konto synchronisieren. |
| Outlook, Windows Mail | Thunderbird | Mehrere Konten, Kalender, Verschlüsselung; Web-Mail im Browser funktioniert ohnehin. |
| Fotos-App, Paint | Shotwell, GIMP, Pinta | Shotwell für Verwaltung und einfache Korrekturen, GIMP für Bildbearbeitung, Pinta als Paint-Ersatz. |
| Adobe Reader, PDF-Druck | Evince/Okular, „Drucken als PDF“ | Anzeigen, Ausfüllen, Anmerkungen, Signaturen; PDF-Erzeugung ist im System eingebaut. |
| Windows Media Player, Spotify | VLC, Spotify (Web oder Paket) | VLC spielt praktisch jedes Format; Streaming-Dienste laufen im Browser. |
| Teams, Zoom, Jitsi | Im Browser oder als Linux-Paket | Videokonferenzen laufen ohne Installation im Browser; einige Anbieter liefern zusätzlich Linux-Programme. |
| Datei-Explorer, Zip | Nemo/Dateien, Archivverwaltung | Netzlaufwerke, NAS-Freigaben und Zip-Archive werden direkt unterstützt. |
Und die ehrliche Liste dessen, was nicht oder nur mit Umwegen funktioniert — hier entscheidet sich, ob Linux für Sie taugt:
- Desktop-Steuerprogramme. Die verbreiteten Steuerprogramme gibt es fast nur für Windows und macOS. Das Elster-Portal der Finanzverwaltung läuft dagegen im Browser und damit unter Linux.
- Adobe-Produkte und Microsoft Office als Desktop-Programme. Photoshop, Lightroom, InDesign und das installierbare Office gibt es für Linux nicht. Ersatz sind GIMP, Darktable, Scribus, LibreOffice — leistungsfähig, aber mit anderer Bedienung.
- Manche Drucker, Scanner und Exoten. Netzwerkdrucker großer Hersteller laufen meist ohne Zutun; ältere Multifunktionsgeräte, Spezialscanner, TV-Sticks oder Fingerabdruckleser haben teils keinen Linux-Treiber. Das zeigt der Live-Test.
- Spiele mit Anti-Cheat-Schutz. Viele Windows-Spiele laufen über Kompatibilitätsschichten erstaunlich gut, aber Titel mit Anti-Cheat-Systemen verweigern häufig den Start.
- Banking-Software mit Kartenleser. Installierbare HBCI/FinTS-Programme werden teils nur für Windows angeboten; Online-Banking im Browser ist davon nicht betroffen.
Das BSI rät ausdrücklich, „vor dem Upgrade bzw. Wechsel zu einem neuen Betriebssystem“ eine Datensicherung durchzuführen, „beispielsweise auf einer externen Festplatte“. Bei einer Neuinstallation wird die Festplatte gelöscht — Dokumente, Fotos, Mails, Browser-Passwörter, Lizenzschlüssel müssen vorher draußen sein. Wie viel Platz das braucht und wie eine belastbare Sicherung aussieht, rechnet unser Backup-Planer.
Dual-Boot oder Windows ersetzen?
Wer nach dem Live-Test überzeugt ist, hat zwei Möglichkeiten: Linux neben Windows installieren und beim Start wählen (Dual-Boot) — oder Windows vollständig ersetzen. Die Installationsroutine von Mint bietet beides an; bei „neben Windows installieren“ verkleinert sie die Windows-Partition und legt daneben Linux an.
Dual-Boot
Windows bleibt für den einen Fall erhalten, den Linux nicht abdeckt. Nachteile: Die Festplatte muss Platz für zwei Systeme haben; Windows-Updates können den Startmanager gelegentlich überschreiben; der Windows-Schnellstart muss abgeschaltet sein, sonst kann Linux die Windows-Partition nicht sauber beschreiben. Und ein Windows 10 ohne Updates gehört nicht mehr ins Internet — auch nicht als Zweitsystem.
Windows ersetzen
Die ganze Platte gehört Linux: einfacher, robuster, keine Startmenü-Konflikte, keine tote Windows-Installation, die Platz frisst. Voraussetzung ist ein geprüftes Backup und die Gewissheit aus dem Live-Test. Wer sein Windows 10 nach Ende der ESU-Phase am 12. Oktober 2027 ohnehin nicht mehr online nutzen darf, gewinnt mit dem Dual-Boot wenig.
Zwei technische Punkte für beide Wege: Auf UEFI-Rechnern lässt sich Mint mit aktiviertem Secure Boot installieren, bei Problemen hilft das Abschalten im Firmware-Menü. Und wer Windows behält, deaktiviert in den Energieoptionen den „Schnellstart“, damit Linux die Windows-Partition lesen und beschreiben kann, ohne Dateisystemfehler zu riskieren. Unsere Empfehlung: Live-Test, dann eine Woche als Zweitsystem — und wenn beides überzeugt, ersetzen statt teilen.
Installation in acht Schritten
Sichern
Vollständiges Backup auf eine externe Platte oder in die Cloud, Wiederherstellung stichprobenartig prüfen. Passwörter, Lizenzschlüssel, Browser-Lesezeichen exportieren.
ISO laden und prüfen
Die ISO-Datei der gewählten Ausgabe von linuxmint.com beziehungsweise ubuntu.com laden und die veröffentlichte Prüfsumme vergleichen — so schließen Sie ein beschädigtes oder manipuliertes Abbild aus.
Stick schreiben
Mit balenaEtcher, Rufus oder Ventoy die ISO auf einen USB-Stick schreiben. Der Inhalt des Sticks wird dabei gelöscht.
Vom Stick starten
Neustart, Startmenü per F2/F12/Esc/Entf, USB-Stick wählen, Enter. Falls der Stick nicht erscheint: im Firmware-Menü die Startreihenfolge ändern.
Live testen
WLAN, Ton, Grafik, Funktionstasten, Drucker, eigene Dateien — die Prüfliste von oben. Erst wenn alles läuft, weiter.
Installieren
Installationssymbol auf dem Desktop: Sprache Deutsch, Tastatur Deutsch, Multimedia-Codecs mitinstallieren, dann „Festplatte löschen“ oder „neben Windows installieren“. Benutzername und ein gutes Passwort vergeben.
Updates und Treiber
Nach dem ersten Start die Aktualisierungsverwaltung öffnen und alle Updates einspielen; in der Treiberverwaltung prüfen, ob für WLAN- oder Grafikchip ein Hersteller-Treiber angeboten wird.
Daten zurückspielen
Dokumente, Fotos und Mail-Konten aus dem Backup einrichten, Drucker hinzufügen, Browser-Lesezeichen importieren. Das Backup danach nicht löschen — es ist jetzt Ihre Sicherung.
Mit Installations-Stick dauert der reine Installationsvorgang auf einem Gerät mit SSD meist deutlich unter einer Stunde; das Einspielen der Updates und das Einrichten der eigenen Programme kommt hinzu. Wer die Reihenfolge einhält — erst sichern, dann testen, dann installieren —, kann dabei nichts verlieren.
Wie lange es Updates gibt
Die Frage, die beim Windows-10-Ende alles ausgelöst hat, ist unter Linux entspannt beantwortet. Linux Mint 22.3 ist laut Release Notes eine Long-Term-Support-Ausgabe, „supported until April 2029“. Ubuntu-LTS-Versionen — die Basis von Mint und die 26.04-Ausgabe selbst — erhalten „five years of free security and maintenance updates“, wie ubuntu.com schreibt; Lubuntu 26.04.1 LTS nennt ebenfalls April 2029 als Ende. Alle zwei Jahre erscheint eine neue LTS, und der Wechsel dorthin ist ein Upgrade über die Aktualisierungsverwaltung, keine Neuinstallation und erst recht keine neue Hardware. Ein Gerät, das heute Mint 22.3 bekommt, hat damit einen Updatehorizont, der weit über das ESU-Ende von Windows 10 hinausreicht — kostenlos und ohne Konto.
Das Update-Ritual ist simpel: Die Aktualisierungsverwaltung meldet sich mit einem Schildsymbol in der Leiste, ein Klick installiert Sicherheitsupdates, Programme und Kern zusammen. Ein Neustart ist nur bei Kernel-Updates nötig. Zwischenversionen wie 22.1 auf 22.2 sind kleine Sprünge, die Mint über dasselbe Werkzeug anbietet.
Wo Linux ehrlich an seine Grenzen stößt
Drei Dinge sollten Sie nicht unterschätzen. Erstens die Lernkurve: Nicht die Oberfläche — die ist bei Mint in einer Stunde vertraut —, sondern die Gewohnheiten. Programme kommen aus der Anwendungsverwaltung statt von Download-Seiten, Systemeinstellungen heißen anders, und wenn etwas hakt, ist die Lösung oft ein Forumsbeitrag statt eines Assistenten. Zweitens Hardware-Exoten: Ein Rechner von der Stange läuft fast immer, aber ein Notebook mit ungewöhnlichem WLAN-Chip, ein Dockingstation-Sonderfall oder ein Multifunktionsdrucker von 2010 kann Stunden kosten. Der Live-Test zeigt das vorher. Drittens Fachsoftware: Was Ihr Arbeitgeber, Ihr Verein oder Ihre Steuerberatung an Windows-Programmen voraussetzt, ist unter Linux entweder nicht vorhanden oder nur über Umwege nutzbar, die wir hier bewusst nicht empfehlen.
Wenn einer dieser Punkte zutrifft, ist Linux nicht falsch, sondern nur nicht die Antwort für dieses Gerät. Dann bleibt die Rechnung aus dem Wissensteil: ein Gerät, das Windows 11 offiziell unterstützt — und dafür muss es kein neues sein. Wie Sie ein generalüberholtes Business-Notebook aus dem Firmenleasing beurteilen, welche Rechte Sie beim Kauf haben und warum das ökologisch der bessere Weg ist, steht im nächsten Artikel: Refurbished kaufen. Und der alte Rechner bekommt trotzdem ein Linux — als Zweitgerät für Kinder, für die Werkstatt, für den Fernseher.
Häufige Fragen
Läuft Linux auf einem Rechner ohne TPM 2.0?
Ja. Weder Linux Mint noch Ubuntu verlangen ein TPM-Modul, Secure Boot oder eine bestimmte Prozessorgeneration. Linux Mint nennt als Anforderung 2 GB Arbeitsspeicher (4 GB empfohlen), 20 GB Speicherplatz und eine Auflösung von 1024 × 768; Ubuntu Desktop 26.04 LTS einen 2-GHz-Zweikernprozessor, 6 GB RAM und 25 GB. Einzige harte Grenze: Seit Linux Mint 20 gibt es nur 64-Bit-Ausgaben — Rechner ab etwa 2007 erfüllen das fast immer.
Kann ich Linux ausprobieren, ohne Windows zu löschen?
Ja, über einen Live-USB-Stick. Das System startet dann vollständig vom Stick, die Festplatte bleibt unangetastet, und Sie sehen in einer halben Stunde, ob WLAN, Ton, Grafik, Drucker und Funktionstasten funktionieren. Erst wenn Sie auf dem Desktop das Installationssymbol anklicken, wird etwas auf die Festplatte geschrieben. Wer länger vergleichen will, richtet Dual-Boot ein und wählt beim Start zwischen Windows und Linux.
Welche Linux-Version passt zu einem Rechner mit 4 GB RAM?
Linux Mint in der Xfce-Ausgabe. Das Projekt beschreibt Xfce als besonders leichtgewichtigen Desktop mit sehr geringem Ressourcenbedarf und empfiehlt ihn für ältere Computer; MATE ist die Mittelstufe. Die Cinnamon-Ausgabe läuft mit 4 GB ebenfalls, wird aber bei vielen Browser-Tabs eng. Ubuntu Desktop nennt selbst 6 GB als Anforderung und ist für solche Geräte die schlechtere Wahl.
Funktionieren Word- und Excel-Dateien unter Linux?
In der Regel ja. LibreOffice, das bei Linux Mint und Ubuntu mitgeliefert wird, öffnet und speichert docx-, xlsx- und pptx-Dateien. Bei aufwendig formatierten Dokumenten, Makros und Spezialschriften kann das Layout abweichen. Wer regelmäßig Dateien mit Microsoft-Office-Nutzern austauscht, kann zusätzlich die Web-Version von Microsoft 365 im Browser verwenden; das Desktop-Office selbst gibt es für Linux nicht.
Geht Online-Banking unter Linux?
Über den Browser der Bank uneingeschränkt — Firefox und Chromium sind unter Linux die gleichen Programme wie unter Windows, und Freigabe-Apps laufen ohnehin auf dem Handy. Grenzen gibt es bei installierbarer Banking-Software mit Kartenleser (HBCI/FinTS), die teils nur für Windows und macOS angeboten wird, und bei Desktop-Steuerprogrammen. ELSTER läuft im Browser und damit auch unter Linux.
Wie lange bekommt Linux Mint Updates?
Linux Mint 22.3 ist eine Long-Term-Support-Ausgabe auf Basis von Ubuntu 24.04 und wird laut Release Notes bis April 2029 unterstützt. Ubuntu-LTS-Versionen erhalten fünf Jahre kostenlose Sicherheits- und Wartungsupdates, Lubuntu 26.04 LTS ebenfalls bis April 2029. Danach wechseln Sie mit wenigen Klicks auf die nächste LTS — ohne neue Hardware.
- Linux Mint 22.3 „Zena“: Release Notes — Basis Ubuntu 24.04, „Long term support release (LTS), supported until April 2029“
- Linux Mint: Download — Editionen Cinnamon („Sleek, modern, innovative“), Xfce („Light, simple, efficient“), MATE („Classic, traditional“)
- Linux Mint Blog: Linux Mint 22 „Wilma“ released (25.07.2024) — Systemanforderungen der 22er-Reihe: 2 GB RAM (4 GB empfohlen), 20 GB Speicherplatz (100 GB empfohlen), 1024 × 768
- Linux Mint Installation Guide: Choose the right edition — Xfce „extremely lightweight“, „very light on resource usage“; MATE „faster on older computers“; nur 64-Bit seit Mint 20; Rechner ab 2007 meist 64-Bit
- Linux Mint Installation Guide: Boot Linux Mint — Start vom USB-Stick über das Startmenü (F2, F12, Esc oder Entf), Enter im Startmenü
- Ubuntu: Download Ubuntu Desktop 26.04.1 LTS — „2 GHz dual-core processor or better“, 6 GB RAM, „25 GB of free hard drive space“, „five years of free security and maintenance updates“
- Ubuntu Community Wiki: Installation/SystemRequirements — Desktop 4096 MiB RAM, 25 GB (8,6 GB minimal), 2-GHz-Zweikern, 1024 × 768; Xubuntu und Lubuntu als leichtere Varianten
- Lubuntu: Downloads — 26.04.1 LTS (LXQt), „Supported until April 2029“
- BSI: Pressemitteilung vom 14.04.2025 zum Supportende von Windows 10 — Upgrade oder Wechsel, auch auf „ein Linux-basiertes Betriebssystem“; vorher Datensicherung
- Microsoft: Windows-11-Spezifikationen — 4 GB RAM, 64 GB Speicher, TPM 2.0, UEFI mit Secure Boot
- Microsoft: Erweiterte Sicherheitsupdates für Windows 10 — ESU für Privatgeräte bis 12.10.2027
Bildnachweis: Titelgrafik und Balkendiagramm zum Arbeitsspeicher: eigene Werke (machichdigital).
